1.Tag - 24.7.2000 Abfahrt von Sautern um 8:30, rauf auf die Autobahn, die wir erst bei Spittal a.d. Drau verlassen, um durch das Drautal nach Südtirol zu fahren. Kurzer Zwischenstopp beim McI in Lienz, wo es zu regnen beginnt, bei beschlagendem Visier und Regen geht es weiter in Richtung Bozen. In Klausen wäre unser Urlaub fast schon am ersten Tag wieder zu Ende gewesen, denn nachdem wir schon ca. eine halbe Minute an einer Ampel stehen, hören wir quietschende Reifen hinter uns, als wir uns umdrehen steht ein Auto einen halben Meter hinter uns schräg auf dem Gehsteig. Zum Glück hat es sich für den Randstein und nicht für uns entschieden, nachdem er uns (und die weitere 300m lange Kolonne) offensichtlich übersehen hat! Kurz vor Brixen hat es schon zu regnen aufgehört, bei Sonnenschein fahren wir durch Bozen bis nach Meran, wo es allerdings wieder tröpfelt. Nach 600km und einer kleinen Stadtbesichtigung fallen wir schließlich erschöpft ins Bett 2.Tag - 25.7.2000 Um 9:15 Abfahrt von Meran durch das Vinschgau (Meran --> Schlanders --> Spondinig --> Trafoiatal) über die 48 engen Kehren des Stilfser Jochs (2757m - enge Kehren, tw. Belagschäden in den Kehren), vorbei an 2 Baustellen, bei denen wir uns mit mindestens 20 anderen Bikern elegant vorschummeln geht es weiter nach Bormio, hier gibt es weite Kurven und guten Belag. Kurze Rundfahrt durch enge Gassen im netten Ort Bormio, weiter über eine herrliche Straße in die Zollfreizone Livignio, wo wir billig tanken und für's Picknick einkaufen, über den Berninapaß in die Schweiz, weiter nach Pontresina (kurz vorher Picknick) und Ehrenrunde in St. Moritz, die Seenplatte (Silser und Silvaplana See, mit Segelwasserschifahrer!) entlang, den Malojapass hinunter bis nach Stampa, die selbe Strecke zurück bis nach Silvaplana, über den Julierpass nach Tiefencastel, dort ergebnislose Quartiersuche (da Kaff), also doch noch weiter nach Thusis, wo wir nach 323km Strecke ein Quartier in der Pizzeria Sternen um CHF 60 mit Frühstück finden. 3.Tag - 26.7.2000 Um halb zehn geht's nach reichlichem Frühstück von Thusis durch die Via Mala über Splügen (abenteuerliche einspurige Straße neben der Autobahn, und wiedermal einige Ampelbaustellen) zur Auffahrt zum Splügenpass, wo uns bereits der Nebel bedrohlich entgegen lacht. Kurz vor dem Grenzübergang nach Italien, bei dem wir bei diesem Wetter keinen Zollbeamten herauslocken können, beginnt es leicht zu regnen. Auf dem Weg hinunter Blindflug durch dichten Nebel, vorbei an See und Dorf gleich nach dem Grenzübergang, allerdings nebelverhangen. Weiter hinab durch unbeleuchtete, nasse Tunnels, den Steilhang des Tales hinunter nach Chiavenna gibt es endlos viele enge Kehren und nasse, dunkle Galerien, eine traumhafte Landschaft zeigt sich, als der Nebel sich lichtet, am Lago die Mezzola vorbei bis zum Lago di Como. Das Westufer des Comosees entlang hinein in das Verkehrschaos von Como (gegen die Einbahn über Busspur), kurzer Abstecher ans Ostufer in Richtung Bellagio, in Como wieder über die Grenze zurück in die Schweiz, tanken in Chiasso, wo es unzählige Tankstellen gleich nach der italienischen Grenze gibt, da das Benzin hier wesentlich billiger ist. In Lugano machen wir dann die erste richtige Pause nach 211km, nicht beim McI, wo das Menü stattliche CHF 9.90 kostet, sondern in einem netten Lokal am Rathausplatz, den Abend beschließen wir mit einem Gläschen Merlot del Micino an der Promenade. Übernachtung um CHF 75 mit Frühstück etwas außerhalb des Zentrums. 4.Tag - 27.7.2000 Wie üblich um halb zehn Abfahrt von Lugano (kurze Aufregung: Öllampe leuchtet, verlischt aber nachdem der Motor warm ist wieder, und wir setzen unsere Fahrt fort) über Bellinzone (kurzer Blick auf den Lago Maggiore) auf den St. Gotthard Paß, allerdings nehmen wir die kopfsteinbepflasterte alte Strecke, die landschaftlich wohl auch die interessantere, wenn auch fahrerisch mühsamere ist, da in den Kehren der eine oder andere Kopfstein schon mal fehlt... Nach dem obligatorischen Foto auf der Paßhöhe (so obligatorisch, daß wir bisher darauf vergessen haben), hinunter über die gut ausgebaute Bundesstraße nach Andermatt, Einkauf für das Picknick, das wir an der Straße zum Vierwaldstätter See bei Willer machen. Vorbei am Urner See und Brunnen, kurzer Abstecher nach Schwyz, weiter zum Vierwaldstätter See, vor Gersau entdecken wir ein frei zugängliches "Strandbad": also in die Wiese legen, im Wasser stampfen, kurzes Mittagsschläfchen, danach noch ein kurzer Stop vor Gersau auf ein Gläschen Mineralwasser, das sich mit erstaunlichen CHF 3.50 zu Buche schlägt. Den See entlang geht es schließlich weiter bis nach Luzern, wo wir um CHF 92 im Hotel Alpha (mit Frühstück) nach ca 244km Fahrt übernachten. Abendessen im "Rütli" (Rösti und billig(er)es Bier). 5.Tag - 28.7.2000 Nachdem es in der Nacht ein ziemlich heftiges Gewitter gegeben hat, lassen wir uns in der Früh ein bißchen länger Zeit (vor allem weil hier das Bett - und vor allem die Decke - das bequemste seit Tagen ist. Um zehn Uhr Abfahrt von Luzern Richtung Brienz, am Nordufer des Brienzer Sees entlang, wo es dann zu regnen beginnt. In Interlaken entscheiden wir uns wegen des schlechten Wetters doch nicht zur Jungfrau sondern am Thunersee entlang nach Bern zu fahren, kurz vor Bern beginnt es dermaßen zu schütten, daß es mir "von unten" in den Helm regnet. Kaum haben wir das Motorrad in Bern geparkt, endet der Regenschauer und die Sonne kommt heraus, wir machen einen Stadtrundgang durch die Arkaden (Bärenplatz, Käfigturm, Zytglogge Turm, McI). Zurück durch durch das Berner Oberland nach Thun und diesmal an der schöneren Nordseite des Thunersees nach Interlaken, dort Übernachtung in der "Alp Lodge" um CHF 78 im Stockbett mit quietschenden Betten und Wasserrohren --- naja, kein Kommentar. Nach alldem Regen und 194km waren wir froh trocken in irgendeinem Bett zu landen, da Interlaken extrem touristisch und dementsprechend teuer war. 6.Tag - 29.7.2000 Obwohl das Wetter heute immer noch nicht wirklich freundlicher ist (zwar kein Regen, aber die Berge in Wolken gehüllt) fahren wir um ca. 9:30 Richtung Jungfraujoch um "Nebelberge" (null Sicht ab ca. 2000m) zu fotografieren von denen wir glauben, daß sie irgendwelche bekannten sind. Wir fahren weiter nach Grindelwald bis zum oberen Gletscher (hier kaufen wir dann eine Ansichtskarte mit Eiger, Mönsch und Jungfrau, damit wir zumindest ein Foto davon haben. Weiter geht's über Brienz --> Meiringen --> Innertkirchen bei schönem Wetter über den Grimselpass --> Gletsch --> Rhonegletscher --> Furkapass, mit rauchenden, stinkenden Bremsen und hupenden, aber trotzdem gemächlich fahrenden Schweizern hinunter nach Andermatt (davor Picknick, beobachten des Glacierexpress, der sehr gemächlich die Kehren nach Andermatt hinabfährt und ca. eine Stunde lang in unserem Blickfeld bleibt. Von Andermatt weiter nach Wassen, wo wir in Richtung Sustenpass abzweigen, hier verläßt uns dann der Sonnenschein und tauscht mit dichtem Nebel und Regen. Die bucklige Straße hinauf auf den Paß scheint von der Streckenführung toll zu sein, nur sehen wir nicht viel davon. Das einzig Positive: jetzt endlich komme ich auf den Trick mit der Visiermechanik (Schubert) um das Beschlagen zu verhindern. Tankstop vor Meiringen, die Suche nach Motoröl bringt uns bis zu einer Motorradwerkstatt in Meiringen, da die Tankstellen kein Motorradmotoröl verkaufen, und reines Autoöl wollte ich auch nicht reinschütten (von wegen Kupplung und so...). Also füllen wir bei Kilometerstand 6512 einen halben Liter Öl nach. Ebenso erstehen wir ein etwas dubioses Kettenöl (blau), denn das mitgenommene ist nach den vielen Regenfahrten bereits jetzt zu Ende. Bei extrem kaltem Wetter und Regen das zweite Mal über den Grimselpass (auf Grund der neu erworbenen Streckenkenntnis und des regenbedingten Grants mit gegenüber dem ersten Mal kaum verringerter Geschwindigkeit, die sich aber im dichten Nebel auf der Paßhöhe deutlich reduziert. Null Sicht bei der Abfahrt zur Rhone (diesmal von Gletsch Richtung Brig abgezweigt). Kontinuierliche Wetterbesserung auf der Fahrt Richtung Brig, wo wir in der Pension Post um CHF 70 mit Frühstück übernachten. Am Abend gönnen wir uns dann nach 390km Fahrt ein Käsefondue im Restaurant Matzka. 7.Tag - 30.7.2000 Um zehn geht es von Brig nach Zermatt (über Visp durch das Mattertal) vorbei an einem gewaltigen Felssturz, über langgezogene Kurven nach Täsch, dort auf den Parkplatz (ehrlicherweise sogar bezahlt, obwohl man eigentlich neben dem Schranken durchpaßt ...) weiter mit dem Zug (CHF 14.80) nach Zermatt, das alles bei herrlichem Wetter. In Zermatt machen wir dann einen Spaziergang durch das Dorf hindurch bis zur Gromsen Schlucht, von wo wir unzählige Fotos vom Matterhorn schießen. Wieder zurück in Täsch fahren wir dann nach Saas Fee und an den Mattmarksee, vorbei am Wohnhaus und Hotel von Pirmin Zurbriggen, unser übliches Picknick machen wir kurz nach Saas Grund. Den Tag beenden wir nach 227km (+ einige mit dem Zug), nachdem wir das Gepäck in Sierre, in der Pension d'Anniviers (CHF 70 mit Frühstück) abgeliefert haben, mit einem Ausflug in das malerische Val d'Anniviers, wo wir in Zenal einen herrlichen Sonnenuntergang in den Bergen genießen. Tja, jetzt sind wir in der französischen Schweiz und für die nächsten Wochen muß ich doch glatt meine lang vergessenen Französischkenntnisse (die ohnehin nie berauschend waren) auspacken. 8.Tag - 31.7.2000 Um zehn geht's bei Sonnenschein von Sierre nach Sion (kurze Stadtrundfahrt), in das Val d'Herens vorbei an den Erdpyramiden bis nach Arolla, die letzten 10km "genossen" wir auf einer Straße mit unzähligen Buckeln und Kehren mit Spiegeln, aber die Gegend dort ist herrlich! Zurück in Sion fahren wir weiter das Rhonetal hinaus bis nach St. Maurice, wo wir in Richtung des französischen Ufers des Genfer Sees abzweigen. Über Evian und Thonon kommen wir schließlich nach einem Picknick am frei zugänglichen netten Seeufer nach Genf, wo sich uns nach 263km Fahrt ein fantastischer Blick bergab auf Genf und die den Hafen dominierende Wasserfontäne "Jet d'Eau" darbietet. In Genf ist dieses Wochenende die Hölle los, da Stadtfest gefeiert wird, dementsprechend schwierig gestaltet sich die Quartiersuche, die uns schlußendlich in eine Jugendherberge bringt (Genf City Hostel, CHF 70 ohne Frühstück). Abendessen bei Burger King (um gewaltige CHF 22!!), zum Abschluß genehmigen wir uns noch einen "Cocktail" (etwas verwasserter Caipirinha) am Hafen vor der beleuchteten Jet d'Eau. 9.Tag - 1.8.2000 Bei wunderschönem, warmen Wetter und keinem Verkehr (Bundesfeiertag in der Schweiz) suchen wir die "Kugel", die angeblich beim Parc de Nation sein soll, vergeblich. Entlang des Nordufers fahren wir Richtung Lausanne, wo wir dann in Lausanne Ouchy unser Frühstück am Seeufer zu uns nehmen und einen Spaziergang an der Promenade machen. Weiter nach Vevey --> Chateau St. Denis --> Montreux, dort Mittagpause beim McI und Spazieren an der wirklich schönen Seepromenade. Gegen Nachmittag machen wir uns über den Col de Forclaz nach Chamonix auf, wo wir im Hotel Aguiless de Vertes um FRF 295 ein Zimmer für zwei Nächte ergattern. Doch frustriert uns gleich bei der Ankunft die Dame in der Touristeninformation, die meint morgen sei schlechtes Wetter und die Fahrt auf den Mont Bland sollen wir daher vergessen, worauf wir uns aber nicht so wirklich einlassen wollen ... Nach 222km Kilometern gönnen wir uns noch eine Pizza auf dem Stadtplatz und fallen ziemlich zeitig erschöpft ins Bett. 10.Tag - 2.8.2000 Das mit dem schlechten Wetter wollte ich der Tante gestern nicht so wirklich abnehmen, da strahlend blauer Himmel war. Und wir haben Glück: als wir um 6 Uhr morgens aufstehen und unser Frühstück zu uns nehmen, das uns die Gastwirtin freundlicherweise schon am Vorabend aufs Zimmer gebracht hat, blicken wir auf blauen Himmel und in der Morgensonne strahlende Berge. Um 6:45 geht es mit der Gondel hinauf auf den Aguille du Midi (3824m!!), wo wir dann die letzte halbe Stunde Sonne an diesem Tag dort oben genießen, leider hängt eine kleine Wolke genau vor dem Mont Blanc, aber der herrliche Blick auf das gesamte Massiv entschädigt uns etwas dafür. Um halb acht können wir keine 5m mehr sehen, das schlechte Wetter hat uns erreicht, es wird saukalt (-6C) und es beginnt zu schneien. So ungern ich ein Frühaufsteher bin, diesmal hat es sich extemst gelohnt! Nach einer Pause für den Kreislauf (die Seehöhe spürt man mehr als ich es mir erwartet hätte) im Cafe fahren wir mit der Gondel wieder runter nach Chamonix. Doch in der Mittelstation müssen wir eine Pause einlegen, da ein Gewitter aufgezogen ist, der Strom fällt aus, der Gondelfahrer hängt sogar Blitzableiter an die Tragseile. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und wir kommen bei strömenden Regen zurück ins Tal. Nach einer Zwischenstation beim McI (der übrigens im Vergleich zur Schweiz wieder ein normales Preisniveau erreicht hat) fahren wir bei etwas besserem Wetter mit der Zahnradbahn Montevers zum Mer de Glace, wo wir die Eishöhle besichtigen. Den verregneten Tag beenden wir mit einem Einkaufsbummel und Lesen im Zimmer. 11.Tag - 3.8.2000 Es regnet. Wirklich. Ziemlich viel. Sehr viel. Zu viel. Wir blasen daher schweren Herzens unsere "3-Ländereck-Tour" über die Bernhard's Pässe (Chamonix --> Martigny --> Aosta) ab, wollen eigentlich durch den Mont Blanc Tunnel ins Aostatal, da dieser aber wegen des Brandes 1999 immer noch gesperrt ist, müssen wir Richtung Albertville aufbrechen. Als wir mittags in der Olympiastadt ankommen sind wir waschelnaß an Händen und Füßen (ja, das nächste Mal nehme ich doch die Gummiüberschuhe mit ...), schließlich beschließen wir aber doch noch bis zu unserem eigentlichen Ziel Val d'Isere im Regen weiter zu fahren, wo wir schließlich am frühen Nachmittag völlig durchnäßt und ausgefroren ankommen. Nach vergeblicher Quartiersuche (alles viel zu teuer) und abgeklungenem Regen fahren wir frierend über den Col d'Iseran (nachdem ich eine Minute lang die Hände auf den Motor gelegt habe, dampfen die Handschuhe und ich spüre erfreulicherweise wieder meine Fingerspitzen) weiter bis nach Modane, nach 220km im Regen duschen wir endlos lange heiß und sind zu nichts Produktivem mehr fähig. 12.Tag - 4.8.2000 Es ist zwar noch bewölkt in Modane, aber es schaut nicht nach Regen aus, wir fahren also doch nicht nach Turin, sondern wie wir eigentlich ursprünglich geplant haben weiter die "Route des Grandes Alpes" nach St. Michelle über den Col du Galibier (2645m) nach Briacon (Frühstück bei McI) --> Col d'Iozard (2361m) --> Guillestre --> Picknick in Richtung Col de Vars (2111m). Quartiersuche in Barcelonnette, die im Hotel Europe erfolgreich ist (FRF 286), und Abstecher in die Gorges du Bachelard, wo wir aber bald wieder umkehren, da es zu tröpfeln beginnt und ich in den letzten Tagen eigentlich genug im Regen gefahren bin. Nach 256km beenden wir diesen Tag unter der Markise einer netten Creperie und einem Cocktail bei einem Sommergewitter. 13.Tag - 5.8.2000 Abfahrt von Barcelonnette Richtung Jausiers, über den höchsten Alpenpaß Col de la Bonette (2802m), am Anfang ist die Straße recht gut, dann beginnen Ausbesserungsarbeiten mit kurzen Schotterstrecken. Es ist ziemlich kalt, in der Nacht hat es geschneit, überhalb von ca. 2700m liegt frischer Schnee. Abfahrt über die extrem bucklige Straße mit viel Steinschlag durch das verlassene Camp des Fourches, weiter die immer besser und breiter werdende Route 2205 - Imperiale entlang, vorbei an roten Felswänden und genau an deren Ende hinauf in Richtung St. Martin, wo wir kurz nach St. Dalmas (Georg legt mal eben das Motorrad auf die Seite, was zum pinkeln gehen nicht unbedingt notwendig gewesen wäre ...) auf Robert und Lizzi aus Augsburg treffen, die mit ihrer BMW ebenfalls auf Tour sind und uns nach einer Fahrt im Regen in St. Martin freundlicherweise auf einen Kaffee einladen. Die herrliche Straße auf den Col de Turini (1607m) fahren wir noch gemeinsam bei Sonnenschein, dort machen die beiden dann "Brotzeit", wir fahren weiter - wieder kurz durch Regen - in Richtung Sospel (schöne Strecke, aber recht viel Bitumen und Rollsplitt). Bei Menton fahren wir auf die Autobahn auf, vor den Mautstellen gibt es dann ewig Stau, den wir aber dezent "verkürzen" können, bis wir von der Autobahn in Richtung Grasse abfahren haben uns die Franzosen doch glatt FRF 14 Maut abgeknöpft! Allerdings sehr positiv: In .fr zahlt man mit dem Motorrad nur den halben Dosenpreis, das gibt's in .it nicht. In Grasse übernachten wir nach 261km im Hotel Palmiers um FRF 185 billig in jeder Hinsicht (das Bett war eher V-förmig). 14.Tag - 6.8.2000 Die Route Napoleon Richtung Dignes (super Strecke!) hinein zum Grand Canyon du Verdon, wir machen die Runde gegen den Uhrzeigersinn (Rive Gauche) - Photos, Kaffee und Croisants in Les Salles-sur-Verdon beim Lac de St. Croix, weiter nach Palud, hier nehmen wir die zweite Abzweigung zur Route des Cretes, was sehr günstig war, denn ein Stück ist eine Einbahn, was aber vorher nirgends steht. Nach der Rundfahrt um die wirklich sehenswerte Schlucht fahren wir weiter auf Napoleons Spuren über Castellane nach Digne (übrigens die perfekte Heizerstrecke), Pause beim McI zusammen mit einer großen Partie Biker aus .de. Auf dem Weg in Richtung Barcelonnette beginnt es in Le Busquet zu regnen, bei La Javie kommt dann ein dezenter Wolkenbruch, den wir zusammen mit einem (durch uns merklich gestörten) Pärchen mit einer Hornet und zwei älteren Herren mit bunter Moto Guzzi Beiwagenmaschine und Goldwing, die später hereinplatzen (zur Begrüßung ein grinsendes "Merde!"), in einem Buswartehäuschen über(fast unter)tauchen. Bei Sonnenschein geht es dann wieder weiter nach Barcelonnette die Route 900 entlang, wir wählen das gleiche Quartier wie am Tag 12. 15.Tag - 7.8.2000 Von Barcelonnette zur Barage de Serre Poncon, wo wir kurz den Stausee besichtigen, über Chorgies nach Gap, hinauf in Richtung Grenoble, wir zweigen aber in das Seitental nach St. Pierre Valbounais ab, um einen Teil des Ecrin - Nationalparks zu sehen. Auf der Suche nach einem Picknickplatz fahren wir zum Cascade de Confulens, die Suche ist ergebnislos, der Wasserfall dafür recht nett, die Fahrt über den Waldweg hat sich also gelohnt ... Unser Picknick machen wir dann schließlich kurz nach dem Col d'Ornon, der schnorrende Hirtenhund verunsichert Ulli "etwas", mit Mühe läßt er sich dann aber doch zum Gehen überreden. Über Vizille fahren wir schließlich nach Grenoble, wo wir nach insgesamt 223km Fahrt ankommen. Den Abend verbringen wir mit einem Spaziergang durch die Innenstadt von Grenoble, mit der Seilbahn fahren wir noch auf die Bastille und spazieren bei schönem Blick auf die Stadt hinunter. Übernachtung im Hotel Moucherotte um FRF 204, das Abendessen gönnen wir uns bei Pasta e... Basta, die Flasche Chianti erledigt das restliche. 16.Tag - 8.8.2000 Von Grenoble über die Autobahn Richtung Nimes, dann auf der Landstraße über Aubenas und Ales nach Florac (super Belag und Kurven, der Hinterreifen war nachher heiß und pickert --- herrlich). Das Gepäck lassen wir im Gran Hotel de Parc (FRF 160), vom Gepäck befreit machen wir noch eine Rundfahrt durch den Cevennes Nationalpark: Florac --> Vebron --> Meyrueis --> Besichtigung der rosa Tropfsteinhöhle Grotte de Dargilan, zurück die Gorges du Tarn nach Florac. Tja das Abendessen sparen wir uns, da die Kellnerin die kleine Pizza nur Kindern servieren will, wir aber keinen großen Hunger mehr haben ... 481km liegen an diesem Tag hinter uns. 17.Tag - 9.8.2000 Von Florac nach Mende zur Autobahn, die des öfteren mit dementsprechenden Staus in eine einspurige Landstraße mit einigen Ortsdurchfahrten übergeht, bis nach Beziers, wo wir auf die A9 Richtung Perpignan und von dort Richtung Andorra weiterfahren. Leider war zu viel Verkehr um die schöne Strecke nach Andorra hinauf zu genießen. Auf dem Col Puymorens machen wir eine Photopause und lassen das Motorrad etwas abkühlen, die Autobahnfahrt mit anschließender Paßfahrt waren wohl etwas zu viel. Es geht wieder 1000m Seehöhe hinab durch die Pyrenäen in das Chaos der Einkaufsstadt Andorra la Vella, bis wir schließlich kurz danach völlig erledigt von 529km Hitzefahrt ein Hotel finden (FRF 250). 18.Tag - 10.8.2000 Um sieben Uhr morgens brechen wir vom Hotel in Richtung Spanien auf, kurz Billigtankstopp (supervife Tankwärtin schüttet einen Liter Benzin auf das Motorrad und reagiert nicht mal irgendwie) vor der Grenze, wo sich der Zollbeamte zum einem kurzen Blick in Tankrucksack und Seitenkoffer aufrafft. Wir fahren auf direktem Weg nach Barcelona, wo wir nach kurzer Irrfahrt durch einen Außenbezirk um 10:30 beim Buquebus ankommen. Wir machen noch eine Kaffeepause im Mare Magnum, nachdem wir unser Motorrad diebstahlsicher auf dem Buquebus-Parkplatz abgestellt haben. Abfahrt um Punkt 13:30, Ankunft in Palma de Mallorca vier Stunden später, wo wir uns mit Escorte (Nici im R5, Sergi voraus mit dem Smart) in unsere Sommerresidenz begeben. Kilometerstand 9852, gefahren sind wir an diesem Tag 217km. Tage auf Mallorca 29.Tag - 21.8.2000 Tagwache um 4:30, bei Dunkelheit tragen wir unser Gepäck vom Appartement zum Motorrad, der Buquebus verläßt Palma de Mallorca um 6:45. Nach fünf Stunden Fahrt über etwas rauhere See landen wir um 11:40 im Barcelona, dort geht es gleich auf die Autobahn in Richtung Frankreich, über Girona nach Perpignan, Mittagessen um 14 Uhr in einer Raststätte bei Norbonne, weiter nach Arles. Nach 426km finden wir Unterkunft im Hotel de France et Gare (FRF 200), danach Stadtspaziergang und Abendessen bei etwas dubiosem McI. 30.Tag - 22.8.2000 Wieder mal Autobahn bis nach Le Luc, dort geht es aber endlich wieder in die Berge, und zwar durch das Massif des Maures über La Garde Freinet --> Cogolin --> la Mole über den Col du Canadel, die Küstenstraße entlang bis in das Verkehrschaos vor St. Tropez. Über Frejus und die Autobahn nach Antibes, an der Cote d'Azur ist aber Hochsaison und dementsprechend schwierig gestaltet sich erstmals auf der Reise die Quartiersuche. Nachdem wir in Antibes, Vallauris und Cannes erfolglos waren, finden wir schließlich nach 368km im Hotel de Provence in Golfe-Juan doch noch ein Zimmer für zwei Nächte (FRF 320). Es folgt ein Abendspaziergang in Cannes und Abendessen nach langer Suche nach George Clooney Fußabdrücken wenig typisch im Planet Hollywood. 31.Tag - 23.8.2000 Heute ist Städtebesichtigung angesagt, wir fahren die Autobahn die Cote d'Azur entlang bis nachMonaco-Monte Carlo. Dort laufen wir die "neuralgischen" Grand Prix Punkte ab, bewundern die Yachten im Hafen und spazieren durch die Altstadt. In Monaco waren zum ersten Mal alle Motorradparkplätze besetzt, was auch eine neue Erfahrung war ... Zu Mittag fahren wir zurück nach Golfe-Juan, machen ein Mittagsschläfchen um zumindest die größte Hitze zu übertauchen und fahren am Nachmittag dann nach Nizza. Allerdings schreiben die Franzosen immer den kürzesten Weg an, der uns von Golfe-Juan nach Nizza auf die Landstraße RN7 mit heillos vielen Staus und Ampeln bringt. Die wesentlich bessere Srecke erwischen wir auf dem Rückweg, die vierspurige Prachtstraße mit Palmen führt uns das Meer entlang zurück, so viel zum Thema Beschilderung in .fr, aber bei den läppischen 153km an diesem Tag war das nicht soo tragisch ... 32.Tag - 24.8.2000 Auf der Rückfahrt in Richtung .it verbrauchen wir an der Raststätte bei Menton noch unsere letzten Fancs, dann geht es über die genial kurvige Küstenautobahn bis nach Genua, dort hinauf in Richtung Brescia. Beim Tankstopp entdecken wir, daß der Vorderreifen durch die recht ambitionierte Fahrweise auf der Bergautobahn endgültig erledigt scheint, während der Mittagspause bei Cremona beschließen wir, ihn zu wechslen. In Brescia machen wir uns auf die Suche nach einem Yamaha Händler, der urlaubt aber gerade, Ducati hat keinen passenden Vorderreifen für uns, schließlich treffen wir beim zwar ebenso hilfreichen aber reifenlosen Hondahändler auf einen Mann, der uns mit Händen und Füßen erklärt (er kein Deutsch, wir kein Italienisch), er hätte den Reifen, wir sollen ihm nachfahren. Auf geht's hinter seinem Moped her quer durch Brescia, bis wir im Industriegebiet gleich hinter der Bahnlinie landen. Unser etwas mulmiges Gefühl schwindet, als wir die Polizeimotorräder in seiner Werkstatt entdecken. Der Reifenwechsel erfolgt problemlos, er wechselt uns auch noch die hinteren Bremsbeläge (ich hab' wohl meine Bremstechnik zu sehr umgestellt als ich bereits in der Schweiz den zu Ende gehenden Vorderreifen entdeckte), summa summarum 250.000 Lire. Nach diesem etwas streßigen Tag und 605km Autobahn finden wir in der Auberge Vella um ITL 70.000 Quartier. Den Abend beschließen wir mit einem Stadtspaziergang, Pizzaessen und einem Cocktail. 33.Tag - 25.8.2000 Von Brescia nach Salo, das Westufer des Gardasees entlang, nach etwas Sucherei machen wir noch einen Abstecher nach Rieve und Vesio, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den See hat. Über Riva del Garda und Arco weiter nach Madonna di Campiglio, kurz danach Picknick, es geht weiter über Tione bis zum Tovelsee. Durch die riesigen Apfelplantagen bei Tuenno und Cunevo zurück über Cles und einer wilden Umleitung (+15km) über den Mendelpaß (1363m) nach Bozen. Das Quartier in Bozen ist mitten in der Fußgängerzone, Koffer wollen wir keine schleppen, also auf geht's über den Hauptplatz durch die engen Gassen, wo wir die letzten paar Meter der heutigen 336000 unter die Räder bringen. Wir übernachten im Weißen Kreuz (84.000 Lire), gönnen uns zur "Abwechslung" eine Pizza, und lassen den Tag angenehm mit Eisessen an der Etsch ausklingen. 34.Tag - 26.8.2000 Wir verlassen Bozen durch das Eggental über den Karerpaß, ab Vigo di Fassa dichter Ausflugsverkehr, wir fahren im Schrittempo bis nach Canazei, wo wir endlich von der Bundesstraße in Richtung Passo di Fedoia (2047m) abbiegen. An der Marmolada vorbei nach Capril --> Passo die Giau (2233m) --> Passo di Falzarego (2105m) --> Passo di Valparola (2192m) --> Stern --> Grödnerjoch. Kurz danach machen wir dann Mittagspause auf der grünen Wiese und erfrischen uns mit frischem Bergwasser und herrlichem Blick auf den Langkofel. Über das Sellajoch (2244m) und den Passo di Pordoi (2239m) nach Cortina d'Ampezzo, wo wir eigentlich übernachten wollten. Doch die Touisteninformation hat noch geschlossen, das Wetter ist wunderschön, wir fahren also weiter über den Passo Tre Croci (1809m), fotografieren am Misorina See die Drei Zinnen und beenden unseren herrlichen Tag in den Dolomiten in Toblach. Unser Quartier finden wir bei Familie Bergmann in Kapellen (hinter Wahlen) inmitten der Berge mit herrlichen Blick auf Toblach und die Dolomiten. 35.Tag - 27.8.2000 Das Sextental entlag über den Kreuzbergpaß (1636m), mit Radrennfahrern bis nach S. Stefano, geht es über Sappada bis nach Sutrio, wo wir über den wenig interessanten Plöckenpaß (1360m) wieder zurück nach Österreich kommen, wo uns auch prompt kaltes, nebeliges Wetter empfängt. Die Fahrt das Gailtal hinaus ist es recht kühl, merklich wärmer wird es bei der Fahrt hinauf auf das Naßfeld (1530m), wo wir bei "Livio" am See an der Grenze unsere Mittagspause machen. Die abenteuerliche Straße (zwei mal Kehren in unbeleuchteten Tunnels mit Kopfsteinpflaster) hinunter nach Pontebba, dort geht es auf die Autobahn und heimwärts in Richtung Sautern, wo wir heil bei Kilometerstand 12.903 ankommen.